Impulssätze zur Burn-out-Prävention

Wir leben in einer Stressgesellschaft. 41% der Erwerbstätigen berichten über starke nervliche Belastungen am Arbeitsplatz. In der Freizeit geht der Stress dann weiter: Fitnessstudio, Freunde besuchen, Kino, Weiterbildung, Geburtstagsfeiern. Die Auswirkungen sind beeindruckend: ca. 30% der Bevölkerung geraten immer wieder aus dem seelischen Gleichgewicht und entwickeln Angststörungen (7 Mio), Depressionen (6 Mio), psychosomatische Erkrankungen (15 Mio) und Suchterkrankungen (4 Mio).
Stress als Daueranspannung macht krank. Wir brauchen Erholungspausen um aufzutanken. Denn unsere Zellen werden von zwei unterschiedlichen Impulsen gesteuert. Ein Impuls kommt als Reaktion auf eine Anspannung oder Gefahr, es ist der Sympatikus, der blitzartig Adrenalin freisetzt. Dann ist alles auf Flucht oder Wachsamkeit getrimmt. Die Schwerzwahrnehmung ist reduziert, der Atem flach und die Anspannung hoch. Der zweite Impuls kommt, wenn die Anspannung oder die Gefahr vorbei ist und die Erholung eingeläutet werden kann. Das ist der Parasympatikus, der die Verdauung fördert, das Immunsystem stabilisiert und die sogenannten Glückshormone freisetzt. Und diese Phase braucht ihre Zeit.
Oft lässt sich an den äußeren Bedingungen wenig ändern. Wir müssen mit einem hohen Arbeits- und Veränderungsdruck leben. So ist es ratsam sich positiv darauf einzustellen und ein persönliches Schutzprogramm zu entwickeln.
Im vergangenen Jahr habe ich Sätze aufgeschrieben, die für meine Gesprächspartner immer wieder eine wichtige Rolle gespielt haben. Sie können auch Ihnen helfen in innerer Balance zu bleiben:
Ich lasse los
Unser Leben ereignet sich zwischen den Polen Anspannung und Entspannung. Wir brauchen beides, die Herausforderung und das Loslassen. Gesund ist ein Wechsel der Phasen von Anspannung und Entspannung.
Ich schlafe erholsam
Erholsamer Schlaf kann sich nur ereignen, wenn ich den Druck „ich muss jetzt schlafen, damit ich morgen wieder fit bin“ loslasse. Auch wieder einschlafen gelingt besser, wenn ich die Gedanken an die Arbeit, oder das was mir Sorgen macht, loslasse. „Ich lasse los, ich lasse einfach los, ich lasse alle Gedanken, alles was mich beschäftigt wie Wolken am Himmel vorüberziehen.“ Hier helfen Achtsamkeits- und Entspannungsübungen. Loslassen kann auch im Gebet geschehen.
Ich entspanne
Es besteht eine intensive Wechselwirkung zwischen Körper und Geist. Wenn sich die Muskulatur entspannt, kommt auch der Geist zur Ruhe.
Nach Anspannung der Muskulatur, z. B. beim Joggen, Fahrradfahren, Walken, im Fitness-Studio, bei der Gartenarbeit, beim Fenster putzen, kann man die Entspannung besonders genießen.
Ich erlaube mir Pausen
Pausen muss man sich wirklich erlauben und auch als Pause gestalten. Das Butterbrot am Arbeitsplatz während des E-Mail-Lesens ist keine Pause. Den Arbeitsplatz verlassen, sich etwas bewegen, den Blick spazieren gehen lassen und Bilder der Freude und Energie imaginieren, ist eine wirkliche Unterbrechung der Arbeitsvorgänge.
Ich spüre mich
Wer stark erschöpft ist und sich wie ein Hamster im Hamsterrad dreht, spürt sich selbst immer weniger. Eine Frau erzählte mir: „Ich kam mir vor wie eine Schauspielerin. Ich habe funktioniert, ich habe meine Aufgaben erledigt, aber ich war dabei immer weniger ich selbst.“ Durch die häufige Adrenalinausschüttung unter Stress wird zwar die Wachheit gesteigert, die Schmerzwahrnehmung jedoch erheblich reduziert. So wird verständlich, dass Menschen erst durch einen Herzinfarkt, einen Hörsturz, oder einen anderen massiven Einschnitt in ihr Leben, über ihre Gesundheit nachdenken. Eigentlich schade, denn unser Körper gibt uns wertvolle Hinweise. Druck in der Magengegend, Verspannung im Nacken, Dröhnen im Ohr, Druck im Kopf, Hautreaktionen, Durchschlafstörungen oder Verdauungsprobleme sind nur einige der möglichen Symptome. Zu unserer Hochglanzgesellschaft passt es nicht, Schwächen und Schwachpunkte zu haben. Diese werden als Makel erlebt und mit der entsprechenden Tablette „behandelt“. Wer seinen Körper jedoch ernst nimmt und die Signale wirklich registriert, spürt somit auch Stress-Signale der Erschöpfung und kann etwas für seine Erholung tun.
Ich beobachte mich
Man kann sich auf verschiedene Art und Weise beobachten. Manche nehmen ein Symptom, z. B. Rückenschmerzen, wahr, steigern sich rein und schaukeln sich hoch.
Ein möglichst bewertungsfreies Beobachten ist hier von großer Wichtigkeit.
Bewertungsfreies Beobachten muss geübt werden und kann dann so aussehen:
Ich steige aus dem Hamsterrad aus und betrachte mich „wie von außen“, meine Gedanken, meine Gefühle, meine Körpersignale, meinen Atem. Ich nehme dies alles nur wahr ohne es zu werten und gewinne so Distanz und Überblick. Das macht mich handlungsfähig.
Ich liebe und akzeptiere mich
Ich liebe mich. Was so einfach und leicht klingt, ist oft ganz schön schwierig. Kennen Sie den inneren Kritiker im Kopf der absoluten Gehorsam erwartet? Nehmen Sie ihm freundlich das Steuer aus der Hand und setzen ihn auf die Rückbank. Es ist eine bewusste Entscheidung zu sagen: „Ich liebe mich! Wenn ich in den Spiegel sehe, kann ich aus vollem Herzen Ja zu mir sagen. Ich bin viel mehr als mein Denken, meine Erfolge oder meine Misserfolge.“
Ich liebe mich – das ist so schwierig, weil es mit pädagogischen und kulturellen Verboten überlagert war und teilweise immer noch ist. In unserer christlich geprägten Kultur gab es mehrere Jahrhunderte lang die Annahme, dass Selbstliebe zu Egoismus führt. Jedoch, wer sich selbst nicht wirklich liebt hat Angst zu kurz zu kommen und wird viel eher egoistisch. Die Bibel gibt uns den Anstoß: „Liebe deinen Nächsten - wie dich selbst“. Die Kernbotschaft des Neuen Testamentes ist die Nachricht, dass Gott jeden einzelnen in seiner Unverwechselbarkeit liebt. Für mich ist das ein weiterer Grund zu fundierter Selbstliebe.
Ich nehme an was ist
Die bedingungslose Annahme dessen was ist, macht gelassen, befreit aus dem Bewertungszwang und ermöglicht Schritte zur Veränderung. Der erste Schritt dazu ist das Bejahen der eigenen Person.
Ich lebe begeistert und achtsam!
Die Sätze können auch gerne als Karte zum Mitnehmen bestellt werden:
iprevent.de
Ravensbergerstr. 44
32120 Hiddenhausen
Fon | 05223 4930971
Fax | 05223 4930969
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